Ausbildung zum Ayurveda-Arzt
Ayurveda umfasst die Gebiete Allgemeinmedizin und Chirurgie. Allgemein wird Ayurveda in acht Teile geteilt:
+ Kayacikitsa oder Allgemeinmedizin,
+ Salyacikitsa oder Chirurgie,
+ Salakyacikitsa oder Erkrankungen oberhalb der Klavikula (=Schlüsselbein),
+ Kaumarabhritya oder Geburtshilfe und Kinderheilkunde,
+ Bhutavidya oder Psychotherapie,
+ Agadatantra oder Toxikologie,
+ Rasayana oder Lebenselexiere und
+ Vayikarana oder Potenzmittel.
Kaumarabhritya zum Beispiel behandelt ausschliesslich Kinderkrankheiten. Doch dazu gehört eine vollständige Information über Kinder, die mit dem Wissen von Samen und Menses beginnt, weiter die Zeugung, die Wachstumsstufen der Föten, den Geburtsvorgang und schliesslich die eigentlichen Kinderkrankheiten ausführlich beschreibt.
Zu jeden der genannten acht Abteilungen existieren verschiedene Abhandlungen und daher gibt es Spezialisten, die sich aus einem Gebiet besinders profiliert haben. Die beiden Haupttexte des Ayurveda, der "Caraka Samhita" und der "Susrata Samhita", beschäftigen sich mit gesamten Lehrgebäude des Ayurveda. Doch auch hier erkennen wir so etwas wie Spezialisierungen der Autoren:
der Caraka Samhita beschäftigt sich besonders mit der Allgemeinmedizin, während der Susrata Samhita die Chirurgie besonders ausführlich behandelt. Es besteht also eine klare Unterscheidung zwischen Arzt und Chirurg. Vaghbata, der später den "Astranga Hridaya" verfasst hat, stellt die Frage: "Wie kann jemand, der im Caraka liest, aber nicht einmal die Namen der Krankheiten kennt, die im Susrata und in anderen Weken beschrieben werden, oder jemand, der ein hervorragender Praktiker ist, den Caraka aber nicht kennt, - wie kann ein derartig einseitig mit Wissen ausgestatteter Mann Massnahmen ergreifen, um die Beschwerden seiner Patienten zu kurieren?".
wird fortgesetzt